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Aktuelle Artikelvon Assoziation Kritische Sozialpsychologie Die Hannoversche Sozialpsychologie begnügte sich in ihrer einstigen Ausrichtung als Teil einer interdisziplinären kritischen Sozialwissenschaft nie damit, gesellschaftliche Verhältnisse einfach abzubilden und zu ordnen. Vielmehr hatte sie sich forschend den Fragen gewidmet, woher das Elend der Menschen in dieser Gesellschaft rührt und wie es um das Verhältnis Individuum versus Gesellschaft unter spezifischen historischen Herrschaftsverhältnissen und -strukturen bestellt ist. Im Zuge des Umbaus der Hochschulen hin zu marktorientierten Dienstleistungsunternehmen steht sie nun vor ihrem Aus. von Marcus Hawel Daß die Schicht der modernen Zivilisation sehr dünn ist, hatte man schon 1816 durch ein grauenhaftes Ereignis in Frankreich erfahren. Es wirkte so stark auf das kollektive Bewußtsein, daß sich das Grauen in Form einer Allegorie bis heute im kollektiven, wenn auch nicht in Sarkozys Gedächtnis erhalten hat. Der Maler Théodore Géricault hat es 1818/19 in einem monumentalen Gemälde für die Nachwelt festgehalten. Zu sehen ist ein Floß auf hoher See: das Floß der Medusa - notdürftig aus Schiffsplanken der 1816 vor der westafrikanischen Küste in Seenot geratenen französischen Fregatte "La Méduse" gezimmert. Fünfzehn Männer befinden sich auf dem Floß - schrecklich vom Hunger gezeichnet, ausgemergelt, krank, kaum bei Sinnen, mehr tot als lebendig. von Gregor Kritidis Seit den Protesten gegen die WTO-Verhandlungen in Seattle 1999 ist der Begriff des Neoliberalismus aus den Kreisen der Antiglobalisierungsbewegung in den Mainstream der bürgerlichen Öffentlichkeit vorgedrungen. Dennoch gibt es immer wieder Kritiker von rechts und links, die darin nur ein unbestimmtes Schlagwort oder einen substanzlosen Kampfbegriff sehen wollen. Daß dem nicht so ist, haben die Kölner Sozialwissenschaftler Christoph Butterwegge, Bettina Lösch, Ralf Ptak und als weiterer Autor Tim Engartner systematisch, fundiert und zudem gut lesbar in ihrer Veröffentlichung "Kritik des Neoliberalismus" aufgearbeitet. Mit ihrem Buch ist den Autoren eine klare, kritische Begriffsbestimmung der ideologischen und gesellschaftlichen Strömung des Neoliberalismus gelungen. von Hubert Brieden Was sich am 7. Juli 2008 beim hannoverschen Radio Flora abspielte, dürfte in der Radiogeschichte Westdeutschlands nach 1945 Seltenheitswert besitzen, wenn nicht sogar einzigartig sein. Als die verantwortliche Redakteurin der Redaktion International, Mechthild Dortmund, zehn Minuten vor Beginn der Sendung das Studio betrat, teilte ihr ein Techniker mit: Auf Anweisung der Sendeleitung habe er ihre Moderation zu überprüfen. Falls sie das geplante Feature "Die Kampagne – Beseitigung eines selbstverwalteten Radiobetriebes in Hannover" ankündige, müsse er die Übertragung "auf Anordnung des Chefs" sofort abbrechen. Zunächst stand der Zensor direkt neben dem Mischpult neben der Redakteurin, dann zog er sich in die Technik zurück, um von dort die Sendung zu überwachen. von Marcus Hawel Noch bevor in den 1990er Jahren die Formel von der "humanitären Intervention" wieder in der Legitimationsrhetorik in Mode gekommen war, schrieb Gerhard Stuby resümierend, die Phrase hinterlasse einen schalen Geschmack. "Welche Intervention in der jüngsten Geschichte erfolgte nicht aus ›humanitären‹ Gründen?" Hinsichtlich der dann wieder in Mode gekommenen Verschleierung "geostrategischer Interessen" durch Menschenrechtsrhetorik schrieb Michael Jäger: "Statt wenigstens von Menschenrechten zu schweigen, wo sie das elementare ökologische Menschenrecht nicht kennen und ja auch die sozialen Menschenrechte mißachten, setzen die Führer des Westens sie ein, um Enteignungs-Interessen damit zu bemänteln." Das Arbeitsprogramm der Sozialistischen Positionen.
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